Wofür wurden Whippets verwendet?

Als Gesellschafter der feinen Damen, wird der kleine Windhund häufig dargestellt-
Lady mit Whippet

Die Hunde wurden von sogenannten Slippern gestartet

...und liefen zu ihrem Besitzer, der am Ende der Rennstrecke ein Tuch
schwenkte

Sieger war der Hund, der zuerst in das Tuch biss.
Windhunde waren dem Adel vorbehalten. Sei es als Jagdgefährten oder
als Gesellschafter der feinen Damen, wie der kleine Windhund häufig dargestellt
ist.
Die adlige Gesellschaft veranstaltete traditionelle Hetzjagden und reglementierte
Coursings mit den Greyhounds als eine Art Freizeitvergnügen.
Für die sogenannte Unterschicht waren blutige Wettkämpfe mit Tieren bis zur
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gang und gäbe: Bullenbeißen, Hahnenkämpfe,
Hundekämpfe. Windhunde gelangten auch in die Hände von Arbeitern. Nach
dem gesetzlichen Verbot wandten sich diese Menschen der korrupten Form des Coursings
zu: ein Kaninchen wurde in einem eingezäunten Gelände losgelossen und es wurde
gewettet, welcher der beiden Whippets als erster das Kaninchen tötete.
Dadurch gelangte der Whippet zu einer zweifelhaften Popularität. Als auch
diese blutige Sportart verboten wurde, wandten sich die Minenarbeiter im Norden
Englands der primitiven Form der Windhundrennen zu, denn man hatte eine
neue Einnahmequelle entdeckt: Dieser schnelle Hund sollte nach dem Geschmack
der Arbeiter durch die Einkreuzung aller möglicher Hunde robuster werden. Es
wurde experimentiert mit Terriern, Spaniels und anderen Hunden. Die Wettrennen
begannen.
Zunächst wurde das Ragracing populär. Die Hunde wurden von sogenannten
Slippern in die Bahn geworfen und rannten zu ihrem Besitzer, der am Ende der
Rennstrecke ein Tuch schwenkte. Sieger war der Hund, der zuerst in das Tuch
biss. Der Begriff : "the poor man´ s Greyhound" wurde geprägt und Hunderennen
waren seit dem ein fester Begriff für kleine Windhunde, die man seit dem Whippets
nennt.
Keine andere Aktivität mit Whippets erregte derart großes Aufsehen,wie
das Hunderennen. Vor allem konnte damit mehr Geld in einer Woche gemacht werden,
als ein Minenarbeiter im ganzen Monat verdiente.
Das Hunderennen wurde im Laufe der Zeit verfeinert. Es wurden u.a. Handicaps
eingeführt, weil die Hunde sich im Gewicht deutlich unterschieden und auf diese
Weise Chancengleichheit hergestellt werden sollte. Gleichzeitig zum Ragracing
begann man mit einem mechanischen Lockmittel zu arbeiten. Bis zum Zweiten
Weltkrieg blieben die Hunderennen mit den Whippets populär.
Sie lebten Mitte der 50er Jahre wieder auf. Auch hier standen die Wetteinnahmen
im Vordergrund. Inzwischen wurden stationäre Rennbahnen mit elektrischem Hasenzug,
Startkästen und sogar Fotofinish gebaut.
Von geringem Interesse war die Reinrassigkeit dieser Renner, die sowohl Terrier-,
Collie-, Spaniel- und eine gute Portion Greyhoundblut führten. Als eine Wettsteuer
eingeführt wurde, nahm das Interesse ab bis zur Schließung der meisten Rennbahnen
Mitte der 70er Jahre.
Diese Art Hunderennen hatte eigene Regeln und die Reinrassigkeit spielte
dabei keine Rolle. Mitte der 60er Jahre begannen in England dann auch die Hunderennen
mit reingezüchteten, den sogenannten "pedigree"-Whippets, was dann vergleichbar
mit unseren heutigen Rennen auf dem Kontinent sind. |