Was bedeutet Sozialisation?

Die Anwesenheit des Menschen ist ein wichtiger Beitrag Vertrauen und Bindhung
zu schaffen
Welpen werden taub und blind geboren. Ab der dritten Lebenswoche beginnen Welpen
ihre Umwelt wahrzunehmen. Zuerst entwickeln sie sich sensorisch und motorisch
und bis zur achten Lebenswoche auch hinsichtlich ihrer sozialen Verhaltensweisen.
Sozialisation ist der zeitlich begrenzte Entwicklungsprozeß, der die
Art der Objekte festlegt, mit denen der Hund fortan in soziale Interaktion
tritt.
Voraussetzung und Folge der Sozialisation ist das angstfreie Vertrautsein
mit dem Menschen. Sozialisierung fördert die soziale Bindung, die unerläßlich
für ein späteres problemloses Zusammenleben von Hund/Mensch-Beziehungen
ist. Die Aufzuchtbedingungen beim Züchter werden somit zu einem
wesentlichen und prüfbaren Qualitätsmerkmal.
Wesenssichere und angstfreie Hunde sind kein Zufall, sondern liegen einzig
in der Verantwortung des Züchters. Eine naturnahe und sachgemäße
Aufzucht bedeutet einen höheren Aufwand. Erfordernisse im einzelnen:
Anwesenheit des Menschen
- Kontakt und Ansprache ab der 3.Lebenswoche
- mit Namen rufen und belohnen
- Spieltreffen und Streicheleinheiten
- Individuelle Stimulation und gezielter Streß
- Konfrontation mit Besuchern
Unterbringung
- Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten
- naturgemäßer Welpenzwinger
- erlebnisreiche Anlage
- Kontrollmöglichkeit
Anwesenheit von Hunden
- Förderung innerartlichen Verhaltensrepertoire
- Spieltreffen mit Rudelmitgliedern
Umwelterfahrungen
- Ausflüge in wechselnde Umgebung
- Autofahrten
- Wohnbereich
- Erleben von Geräuschen
- Kennenlernen von anderen Tieren

Welpen müssen die Gelegenheit bekommen, immer wieder mit neuen Situationen
konfrontiert zu sehen
Wissenschaftliches Ergebnis : Welpen, die auf diese Weise aufgezogen
werden, entwickeln sich zu sozialen und gesellschaftsverträglichen Hunden.
Das Gehirn entwickelt sich entsprechend des Gebrauchs. Welpen, die in isolierten
und sichtdicht abgeschirmten Zwingern groß werden, haben nur äußerst
begrenzte Möglichkeiten ihren Erfahrungsschatz zu vergrößern.
Sie werden immer ängstlich bleiben und keine echte Bindung zu Menschen
aufbauen können. Nicht gemachte Erfahrungen im Welpenalter wirken sich
ähnlich wie eine Hirnverletzung aus. |